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Die Insel- eine Sinfonie in violett

Der Thymian blüht

Wie in die Landschaft geworfene Kissen sieht man überall auf der Insel große Landstriche mit dem Thymian, der sowohl in der mediterranen Küche, als auch in der Naturheilkunde eine wichtige Rolle spielt.




Die Insel ist im Moment ein Traum in Violett. Leider kann ich Euch nicht auch noch den würzig-wilden Duft dazuliefern, aber Die Farben, der Geruch und die Stille, die alles umgibt, sind die drei Schlüssel zu einem Glücks- und Jungbrunnen- Cocktail.

Ein „Thymian-Herz“ – natur pur.

Der Thymian, den wir hier auf Formentera finden (Thymus serpyllum), wurde schon im alten Griechenland, Ägypten und bei den Römern als die Heilpflanze unter allen anderen hervorgehoben. Hippokrates u.a. erwähnte ihre hervorragenden Heilfähigkeiten. Und außer in Ibiza findet man diese spezielle Sorte erst wieder in Griechenland. Mit dem Rosmarin und dem Salbei, alles wildwachsende Pflanzen hier, haben wir die Natur-Apotheke vor der Tür. Dieser Thymian ist extrem antiseptisch. Und das kann unter Umständen der Grund sein, dass wir hier kaum Corona- Fälle hatten. Die ganze Insel stand zur Zeit der Quarantäne voll von grünen knospigen Pflanzen. Studien im XX. Jahrhundert (Cadéac und Meunier) haben nachgewiesen, dass die antibakterielle Wirkung bei Tuberculosis, also Lungenleiden, Asthma Typhus unzweifelhaft hochwirksam ist.

Das haben sich auch schon, einer Legende folgend, Diebe in Toulouse/ Frankreich, zur Zeit der Pest um 1630 zugute gemacht. Ohne sich von der gefürchteten Krankheit anzustecken, bewegten sie sich zwischen den Toten und raubten sie aus. Bei ihrer Verhaftung versprach man ihnen die Freiheit, wenn sie das Geheimnis ihrer Immunität gegen diese hochgefährliche Epidemie verraten würden. Und sie sagten, sie hätten sich mit einer konzentrierten mazerierten Mischung aus Essig, Thymian, Salbei und Rosmarin am ganzen Körper eingerieben. Und deshalb: bis heute kann man das Rezept vom „Essig der 4 Diebe“ in der Naturapotheke finden als hoch antiseptisches antibakterielles Desinfektionsmittel.

Aber auch in der mediterranen Kúche, vor allem bei Hülsenfrücten und alles was exotisch fein-herb schmecken soll, hat der Thymian grosse Beliebtheit als Gewürz.

Eine alte Bauernregel hier auf Formentera sagt, dass man die an der Staude getrockneten Blüten am Tag von San Juan, dem Johannistag, am 23. Juni, bis mittags 12.ººh ernten solle. Dann habe er die konzentrierteste Wirkung und die grösste Kraft in seinen etherischen Inhaltsstoffen. Seit ich hier wohne, ist es ein Ritus, dieser Bauernregel zu folgen. Und im Winter, bei Erkältung, oder bei irritierter Haut, Exzemen, Halsschmerzen oder Heiserkeit,bei Magenverstimmung oder jeglicher Form von antiseptischer Anwendung ist der Thymian von Formentera mein Geheimtipp und Zaubermittel.

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Barbara

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