Formentera behält in dieser Saison seine alten chiringuitos

Der Druck der Oppositionsparteien, Hoteliers und der Bevölkerung hat es geschafft

Ende gut, alles gut, sagt eine Volksweisheit. Die alten chiringuito- Betreiber können bis Ende Dezember ihren Betrieb wieder aufnehmen. Sie sind es, die jetzt die Sommersaison und das Formenteraflair retten. Die Verzögerungen im Rathaus durch juristische Gutachten und langwierige Verhandlungen haben es den neuen Konzessionären unmöglich gemacht, schon in dieser Saison ihre neuen Installationen aufzubauen.

So wird diese Entscheidung heute in einer außerordentlichen Sitzung getroffen. .

Der treibende Keil waren die Oppositionsparteien, die einen Bericht vorlegten, in dem klar dem öffentlich- touristischen Service der Vorzug gegeben werden sollte. Man muss zugeben, dass es nicht einfach war seitens des Consell`s, diese Entscheidung zu treffen. Es gibt viele juristische Klauseln zu beachten. Aber der Druck der Bevölkerung , die Beschwerden der Touristen, auch dass es nach dem Saisonbeginn am 1.5. noch keinen Strandliegen- und Sonnenschirm-Service gibt- haben die Weichen am Ende gestellt. Denn es sind außer dem Problem Strandkioske noch viele andere Kriterien, die das ganze Thema beinhaltet.

Jetzt ist der Rat interessiert, die Kioske so schnell wie möglich an den Stränden zu sehen. Deshalb haben sie versprochen, alle Möglichkeiten zur Hilfe zur Verfügung zu stellen. Man sieht, die alten Füchse haben gewonnen und ihr Wissen, wie man so einen chiringuito in kurzer Zeit auf die Beine stellt, ist jetzt ihre Macht. Gut so und im Sinne aller.

Denn eins ist nicht zu unterschätzen: die Demo auf dem Markt hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Thema endlich und ernsthaft auf den Tisch kam. Ohne diese Proteste der Bevölkerung wäre alles sang – und klanglos über die Bühne gegangen. Aber inzwischen waren auch offizielle Klagen von zwei Betreibern im Rathaus eingegangen, die man auch offiziell juristisch beantworten muss.

Jetzt bleibt es abzuwarten, ob an dem Endergebnis der Kiosk- Vergabe noch etwas verändert werden kann, ob die verschiedenen Kriterien noch anders bewertet werden, oder ob mit dem 31. Dezember das Thema endgültig abgeschlossen ist.

Aber das liegt noch in weiter Ferne und wir können den Moment genießen. Eine Saison mehr vertraute Gesichter sehen und Gespräche mit den alten Kiosk- Besitzern führen! Ein verdienter -wenn auch momentaner Sieg. Aber zumindest ist mal wieder bewiesen, dass diese kleine Insel viel mehr Eigenständigkeit haben kann, wenn alle in einem Boot sitzen, um ihre Rechte zu verteidigen.

Wie sagt Eugen Roth, Ringelnatz, Mark Twain oder irgendein Schriftsteller so schön? Der Optimist wird stets am besten fahren, weil er, wenn alles gut geht recht behält! Formentera hat seine chiringuitos- und Jetzt ist jetzt– alles Weitere ist abzuwarten!

Jetzt gilt es, eine zweite Hürde zu nehmen

Die Hotel- und Restaurantbesitzer haben ein großes Problem, geschultes Personal zu finden. Es gibt keine bezahlbaren Unterkünfte für die Saisonarbeiter. Man hat beobachtet, dass für ein Bett in einem Zimmer mit mehreren Personen 500€ monatlich verlangt wurden. Eine Wohnung mit zwei Zimmern wird für 1.500€ monatlich vermietet. Und wenn es sich um ein kleines Haus mit etwas mehr Platz handelt, 2.500€. Das ist bei den Gehältern unmöglich zu realisieren. Und in den Verträgen sind sofort Klauseln eingebaut, dass nur eine bestimmte Anzahl von Personen , oder nur eine Familie in der jeweiligen Immobilie leben darf. Man sieht, dass im Endeffekt alles auf den Schultern der Angestellten ausgetragen wird. Denn wenn man 20 Arbeiter braucht, und nur 15 bekommen kann, müssen die anderen dieses Defizit auffangen. Schlechte Unterkünfte, keine Intimität, schlechter Schlaf beeinträchtigen die Gesundheit, die Kapazität und die Qualität eines Arbeiters. Und qualifizierte Kellner oder Hotelpersonal lehnen diese sklavenartigen Bedingungen von Vornherein ab.

Wenn Ihr also irgendwann und irgendwo mal einen Carlos I. mit Eis serviert bekommt, wundert Euch nicht. Bleibt ruhig und gelassen und reklamiert es ohne Groll. Die Ärmsten haben grössere Probleme als wir!

Es wird jetzt erst einmal der Sieg der chiringuitos begossen und mit den vertrauten Betreibern angestoßen. Auf eine erfolgreiche Saison und einen verdienten- wenn auch nur momentanen- Sieg .

Noch schnell etwas in eigener Sache

Ich hätte den Artikel gern mit ein paar Fotos geschmückt. Aber gestern habe ich alles vom Telefon auf den PC übertragen. Was ich nicht bedacht habe ist, dass auch alle Fotos aus dem babu- Speicher verschwinden sind. Das Chaos muss ich erstmal sortieren, aber die Nachricht war so wichtig, dass ich denke, besser ohne Fotos, als gar keine Notiz. So wundert Euch nicht, wenn es erstmal nur Geschriebenes gibt. Sorry.

Teilen:

7 Gedanken zu „Formentera behält in dieser Saison seine alten chiringuitos“

  1. Vielen lieben Dank für die News, freue mich immer über die aktuelle Situation auf Formentera zu hören. Wünsche allen Kioskbesitzern viel Erfolg.

  2. inmejorables noticias querida B. me alegro un monton y doy gracias por todos los esfuerzos que habeis hecho para que haya sido asi.

  3. Wie schlecht ist dieser Beitrag eigentlich recherchiert?

    Das stimmt vorn und hinten nicht. Lediglich die Unterkunftsituation ist einigermaßen beschrieben, wobei die Preise deutlich höher liegen.

    Wenn man schon einen Blog mit dem Anspruch betreibt, aktuelle Informationen aufzubereiten, dann sollten diese wenigstens korrekt in der Sache sein.

    Traurig, traurig!

  4. Ja, diese Notiz dass die chiringuitos weiterleben dürfen, wenn auch vielleicht nur eine knappe Saison, vergrössert die Lust, nach Formentera zu reisen, denn die gehören einfach in die Insellandschaft, Que vivan los chiringuitos!
    Un abrazo
    Ruth

  5. Es ist bemerkenswert, was sich nun auf der Insel für eine Macht entwickelt, um die Kioske und Strand Abschnitte entsprechend wieder zum Leben zu erwecken….Moment mal…, hatten wir nicht das große Problem, dass die geschützten Pinien und Dünenwälder zertrampelt und vollgemüllt wurden..? auch das sich junge Mädchen mit dem Strandhammer abgeschossen hatten, dazu noch mit Drogen vergiftet wurden….??? Das führte doch schon zum Ende bei Firmin…, die Aufregung war seinerzeit halt nicht so groß…ähnlich bei Bartollo usw. und was sich in den letzten Jahren abgespielt hat, war der Schließung und neu Orientierung nur zweckdienlich…Dieses Prinzip…ohh, es gibt keine Roller mehr, ja dann holen wir welche vom Festland ebenso wie Autos usw. Es führte zu dieser Überfüllung und Dreck, Unrat, Verpestung der Luft zu Unfällen im Suff ect…Man kann doch nicht alles mit der Zunahme des Tourismus und dem Profit begründen…, wo wurden denn die Gewinne nutzbringend und weitsichtig eingesetzt…? Es ist doch schon auf Formi wie es auf Sylt sich darstellt…., teuer, dekadent, überlaufen und schmutzig.., da hilft auch die Seeluft nicht mehr viel. Die Einheimischen und Arbeiter, dass Personal in der Gastronomie findet keine bezahlbare Wohnung und die Saison Löhne sind zum lachen, bei den Gewinnen die so manche Betriebe einfahren…sollte man dort auch mal ein Augenmerk hinwerfen, aber diese Leute haben eben nicht so eine Lobby wie die “ Strandbuden “ mit Ihren Pseudo Stammgästen und Möchtegern Promis…!! Hier sollte man klar eine Grenze ziehen….Buden ja, aber mit dem richtigen Augenmaß…, Inseldynamik motorisiert nur eingeschränkt…und eine klare Regelung an alle Beteiligten…von den Fährbetrieben, Vermietern/innen und Hoteliers , sowie der Gastro Szene…ansonsten….: Tempi passati, hasta luego Karlito

    • Hallo,Karlheinz, DAS ist ein guter, konstruktiver Bericht! Wenn Du mir erlaubst, den in den blog auf die Seite zu setzen, werde ich darauf eingehen.

Kommentare sind geschlossen.

Skip to content